04. Februar 2011: Das war’s!!

27. und letzte Etappe:: Rayong –Pattaya Bus Bangkok – Stadt Bangkok; Tages-Km: 82; Gesamt: 2846 (leider nicht die 3000 km geknackt)

Ich bin heute um 05:00 Uhr aufgestanden. Im Hotel gibt es um diese Zeit noch kein Frühstück und so habe ich im Zimmer gegessen. Toastbrot, Marmelade und Cola. Geht auch mal!

Kurz vor 07:00 Uhr verlasse ich das Hotel. Heute habe ich keinen Plan wohin ich fahren soll und wie ich nach Bangkok komme. Also 175 km nach Bangkok scheiden schon mal aus. Zu viel Verkehr und eigentlich brauche ich mal einen Ruhetag. Ich nehme auch nicht den Küstenradweg, sondern eine Querverbindung in Richtung Bangkok. Der Berufsverkehr auf dieser, gut befahrenen Strecke, ist enorm. Nicht gefährlich, aber dennoch stressig, laut, eben unschön. Die Tankstellen sind dann wie kleine Oasen, wo ich mal Kaffee trinke, was esse und eine saubere Toilette habe. Die Tankstellen sind hier überhaupt ganz sauber und nicht so teuer, wie bei uns.

Nach 50 km habe ich mich entschieden. Ich fahre nicht weiter auf dieser Route und biege nach Pattaya ab. Hier sollte es doch möglich sein, einen Transport nach Bangkok zu erwischen.

Die letzten 15 km komme ich noch mal durch schöne Landschaften, mit wenig Verkehr. Pattaya kann man schon sehen. Etliche Hochhäuser sind in Sichtweite. Um 11:00 Uhr und nach 70 km komme ich in der Küstenstadt Pattaya an, die zu den meist boomenden Städten in Südostasien zählt.

Mir war schon klar, dass mir die Stadt nicht als Urlaubsort gefallen würde. Die Stadt liegt zwar in Thailand, hat aber nichts mit Thailand zu tun. Wer nur hier seinen Urlaub verbringt, war eigentlich gar nicht in Thailand. Überall sieht man deutsche und russische Reklameschilder. Männer mit einer blutjungen Thai-Frau im Arm laufen die Promenade lang. Viele dieser Männer würden sich zu Hause nicht mal trauen eine Frau anzuschauen, geschweige denn anzusprechen. 

Aber hier gibt es auch ganz normale Touristen, die einfach nur Urlaub machen wollen und das Strandleben genießen.

Ich fahre nach einer Runde auf der Ufer-Promenade, zum großen Busbahnhof. Es ist 11:30 Uhr. Ich bekomme für ca. 5,-Euro ein Ticket (inkl. Radtransport) nach Bangkok. Der Bus soll um 11:40 Uhr losgehen. Also habe ich keine Zeit mehr, mich von dieser Touristadt zu verabschieden. Ach, wie schade.

Mein Rad und mein Gepäck werden verstaut und schon geht es los. Der Bus fährt etwas über eine Stunde. Schlafen kann ich nicht, weil ein Kind unzufrieden mit sich und der Welt ist. Wir erreichen Bangkok gegen 13:00 Uhr.

Ich habe keine Ahnung, wo ich in Bangkok gelandet bin. Doch ein teures Taxi kommt nicht in Frage. Ich packe mein Rad und orientiere mich, wohin ich eigentlich muss. Nur 10 km quer durch die belebte Stadt. Hier macht Radfahren wieder richtig Spaß. Ähnlich wie in Phnom Penh schwimmt man, wie ein Fisch im Wasser und nutzt jede Lücke um sich im Stau vorzudrängeln. Die Rollerfahrer machen mir an jeder Ampel Platz und geben mir die „Pole Position“. Hier auf der Straße wird man für seine Leistung noch respektiert. Gegen 14:00 Uhr bin ich in unserem Guesthouse und realisiere nun, dass die Tour zu Ende ist. Ein bisschen bin ich traurig, nun ist alles vorbei und geschafft. Aber ich freue mich schon auf zu Hause und lasse jetzt noch mal alles Revue passieren.  Mir kommen die 5 Wochen Radtour, wie  mehrere Monate vor. Die Zeit war schön, abenteuerlich und auch anstrengend. Glaubt man kaum, was?


Ich habe wieder vieles gesehen, bin aber auch an vielen schönen Sehenswürdigkeiten und Landschaften nur vorbei gefahren. Viele Menschen habe ich kennen gelernt und ich konnte mir ein Bild über das Leben in den Ländern machen. Die Menschen bleiben für mich als freundliche und fleißige Menschen in Erinnerung.

Aus den Erfahrungen mit meinen Tourbegleitern habe ich auch viel lernen können. Zu Viert ist es mir persönlich zu anstrengend gewesen. Vielleicht hat die Chemie nicht gestimmt oder wir hatten alle eine zu hohe Erwartungshaltung. Keine Ahnung! Auf jeden Fall  war es zu Zweit mit Marco sehr angenehm. Dafür bin ich ihm auch sehr dankbar. Ab diesem Zeitpunkt fing für mich persönlich erst die Radtour an. 

Die paar Tage am Schluss, die ich alleine gefahren bin, möchte ich auch nicht missen. Das war für mich noch mal eine gute Erfahrung. Ob ich aber zukünftig mehrere Wochen alleine radeln würde, weiß ich jetzt noch nicht. 

Auf der Tour hatte ich nur einen Platten, das Narbendynamo hat das Zeitliche gesegnet, der Spiegel ist auch dahin und hier und da knackt es mal beim Schalten. Ich denke mal, alles Kleinigkeiten bei diesen Staubpisten und den vielen Kilometern.

Das schlimmste aber war, dass meine Kamera kaputt gegangen ist. Von Marco habe ich zum Glück viele schöne Bilder erhalten.

Das war's!

 
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