01. Februar 2011: Frank, allein Unterwegs!

24. Etappe: Battambang - Pailin ; Tages-Km:  91,88; Zeit: 4:22 h; Durchschnitt: 21,03 km/h; Gesamt: 2510 km

An diesem Morgen genießen Marco und ich noch ein gemeinsames Frühstück, bevor sich unsere Wege bis Freitag trennen.

Kurz vor 8:00 Uhr fahre ich in südwestliche Richtung, raus aus Battambang, wo man mit Sicherheit ein paar Tage hätte bleiben könnte. Aber so ist das Radlerleben. Wir sind immer auf Achse. Ein Ruhetag tut zwar gut, aber man freut sich auch wieder, wenn man auf dem vertrauten Sattel sitzt.

Aus einem Buch und von unserem Tuck-Tuck-Fahrer weiß ich, dass die Strecke, die ich heute fahren will,  in einem schlechtem Zustand sein soll. Ich mache mich auf das schlimmste gefasst und bin überrascht, dass die Strecke neu gemacht wurde. Richtiger Asphalt und so, dazu noch Rückenwind und heute zur Abwechslung eine landschaftlich, schöne Strecke. Ja, es rollt wunderbar. Die ersten 10 km fahre ich im Windschatten von so einem Reistraktor. Die sind langsam und werden auch gerne zum Personentransport genutzt. Auf der kleinen Ladefläche sitzen Frauen und Kinder. Die haben natürlich Spaß, als ich hinterher fahre und mit den Kindern herumalbere. Der Fahrer versucht mich abzuhängen, doch mehr als 28 km/h schafft er nicht. Das ist im Windschatten überhaupt kein Problem für mich. Die 10 km sind für mich sehr unterhaltsam. Ich bin traurig, als er dann abbiegt. 

Die Pausen mache ich wie gewohnt in einfachen Dörfern bei den Bewohnern. Die sind froh, wenn mal jemand was kauft und wenn es nur eine Cola ist. 

Ab Kilometer 40 ist dann Schluss mit lustig. Jetzt beginnt die Staubpiste. Es rollt zwar noch gut, aber die Autos und Busse fahren recht zügig, mit dem Resultat, dass sie eine Menge Staub aufwirbeln. Die  Schotterpiste wird hin und wieder von Asphaltabschnitten unterbrochen.  Zeit zum durchatmen und mal eine Pause, in staubfreier Gegend zu machen. Unterwegs treffe ich noch einen russischen Radler, der mir entgegen kommt. Wir unterhalten uns ca. 20 Minuten und so weiß ich, dass die Staubpiste bald ein Ende hat. Tatsächlich hatte ich heute auch nur 12 Kilometer auf den Schotterpisten zu fahren. Um 13:00 Uhr bin ich dann in Pailin. Die Stadt liegt am Rande eines Gebirges und es geht dementsprechend auch wieder mal bergauf. Ich kann heute auch wieder schalten. 

Pailin war die ehemalige Hauptstadt der Roten Khmer. Nach dem Machtverlust verschanzten sich hier bis 1996  die alten Machthaber der Roten Khmer und finanzierten ihre Attacken gegen die neue Regierung mit dem Export von Edelsteinen, welche noch heute abgebaut werden.

Ich mache mit dem Rad  erst mal eine Stadtrundfahrt und kann mir einen Überblick über die Stadt verschaffen. Die Menschen sind freundlich, es ist recht sauber und übersichtlich hier. In einem einfachen, schmutzigen Guesthouse wollen die von mir 7,-$ für ein kleines, dunkles  Zimmer haben. Ich willige nicht ein und gehe zu dem ansehnlichsten Guesthouse dieser Stadt. Hier bekomme ich ein sauberes, helles Zimmer mit Balkon, für nur 5,-$. Geht doch!

Morgen verlasse ich Kambodscha und fahre wieder nach Thailand. Darauf freue ich mich sehr.

Ich organisiere mir einen Motofahrer. Dann muss ich nicht alles selber suchen. Er fährt mich zu einem einfachen, billigen Restaurant.  Danach zeigt er mir noch die Stadt und erklärt auch einiges. Den Markt habe ich schon angesehen. Wie immer dreckig und es stinkt. Ich weiß gar nicht, warum die Touristen von den Märkten fasziniert sind. Am Abend setzt mich der Motofahrer bei meiner Unterkunft ab. Es ist schon recht kühl in den Bergen. Heute gehe ich schon sehr zeitig schlafen.

 
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