31. Januar 2011: Abenteuer Bambus-Zug!

23. Etappe: Pursat - Battambang; Tages-Km: 113; Zeit: 5:09 h; Durchschnitt: 21,96 km/h; Gesamt: 2417 km

Nach dem Frühstuck und dem Einkauf auf dem Markt, geht es um 08:00 Uhr los.  Auch die heutige Strecke bietet genauso wenig Abwechslung, wie gestern. Ein paar Teenager die uns zeitweise mit dem Roller  bzw. Fahrrad begleiten, wollen alle das gleiche wissen. Woher wir kommen, wohin wir fahren u.s.w. Es ist nett, mal einen Plausch auf dieser eintönigen Strecke zu haben.

Um 13:45 Uhr erreichen wir Battambang, die zweitgrößte Stadt in Kambodscha. Hier stehen noch viele Villen aus der französischen Kolonialzeit und auch so macht die Stadt einen sauberen  und lebhaften Eindruck. Das Hotelzimmer kostet nur 10,- $ und das Personal ist super nett. Einer bietet uns an, dass er uns mit seinem Tuck-Tuck zum Bambus-Zug fahren könnte. Für 5,- $ kann man es auch kaum abschlagen. Nach dem Duschen und Essen geht es um 16:00 Uhr los.  

Jetzt kommt mal was für Eisenbahnfans. Die legendäre Bahnstrecke Phnom Penh – Battambang wurde 1927 von den Franzosen gebaut und wurde mit Sicherheit auch nie verändert ☺. Der reguläre Zugverkehr wurde vor 8 Monaten eingestellt, da auf der  Strecke mittlerweile Brücken eingestürzt sind. Die Leute hier sind aber erfinderisch und nutzen Teilabschnitte mit dem "Bambustrain". Uns Touristen fahren die Leute gerne von einer Station bis zur nächsten (vielleicht 10 km). Der Fahrpreis von 5 ,- $ scheint zwar etwas überteuert, aber der Spaß war es wert. Eigentlich besteht der Zug nur aus einer Bambus-/Bretterauflage. Darauf sitzt man. Nix Bänke oder so, nur eine Bastmatte. Die Auflage wird auf zwei lose Fahrgestelle gelegt und das muss halten. Mittels Motor und Keilriemen wird dann dieser Zug, nein Geschoss, auf bis zu 30 km/h beschleunigt. Uns kam es schneller vor. Unterwegs steigen Einheimische hinzu. Der Fahrplan richtet sich nach uns Touristen. Die Fahrt ist ein Heiden Gaudi. Die  Schienen sind total krumm und schief, die Brücken hatten  schon bessere Tage gesehen. So rumpeln wir also bis zur nächsten Station. Boah, unser armer Hintern. Wir sind doch nur noch unseren Fahrradsattel gewöhnt. An der nächsten Station werden wir herzlich von den Dorfbewohnern begrüßt. Die Kinder schenken uns Blumen und zeigen uns eine riesige Würgeschlange, die sie in einer Kiste halten. Alles für uns Touristen, also nicht zum Essen! Nach einer kleinen Spende und einem kühlen Getränk geht es wieder zur Ausgangsstation. Die Strecke ist eingleisig und es kommen uns auch 3 Züge entgegen. Aber alles kein Problem. Schnell werden die Teile von der Schiene beräumt (der Klügere gibt ja nach) und schon können die Entgegenkommenden weiter fahren. Unser Gefährt wird wieder flink aufgesetzt und nach insgesamt einer Stunde, sind wir wieder bei der Ausgangsstation. Unser Tuck-Tuc-Fahrer, der außer englisch  auch deutsch kann (“Volle Kanne”, “Geile Sache” und andere Sätze, die ihm fleißige Touristen beigebracht haben), zeigt uns noch die Stadt. Derzeit bereiten sich hier alle auf das “Happy New Year” vor, also Silvester einen Monat später. Alles ist bunt geschmückt, die Kinder haben Ferien und überall ist man in bester Stimmung, wenn in 2 Tagen die Party los geht.

Vielleicht bekommen wir etwas davon mit, mal sehen. Wir gehen noch was essen. 

Mit dem Essen ist das nicht immer so einfach. Ich esse ja  gerne Huhn. Doch hier hacken die wohl ein Huhn klein, braten oder kochen es kurz, auf jeden Fall ist es sehr zäh und dann liegt alles auf dem Teller. Nicht gerade schön anzusehen. Ich bin nur froh, dass die vorher das Huhn rupfen. Wer mich kennt weiß, mit welch einer chirurgischen Präzision ich die Teile auseinandernehme und nur die besten Stücke esse. In letzter Zeit verzichte ich auf Huhn und nehme nur Fisch oder esse auch mal ohne Fleisch, wie Marco eben.

Morgen fahre ich nach Pailin an der thailändischen Grenze. Die Strasse soll unbefestigt sein. Mittlerweile habe ich schon den Staub vermisst. Wenn die ca. 80 km zu schlimm werden, halte ich eben ein Fahrzeug an und trampe.



 
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