29. Januar 2011: Good Bye Mekong!

21. Etappe: Phnom Penh – Kampong Chhnang ; Tages-Km: 105; Zeit: 5:16 h; Durchschnitt: 20,11 km/h; Gesamt: 2202 km

Unsere Reise geht allmählich  dem Ende entgegen.  Den Mekong verlassen wir heute. Den sind  wir ja einige Wochen entlanggefahren. Trotz Niedrigwasser in der Trockenheit ist es schon ein gewaltiger Fluss. Er ist sehr ursprünglich, mit den vielen Inseln (vor allem im Süden), der reichlichen Vegetation entlang dem Fluss und er ernährt viele Millionen Menschen, die hier leben. Ab heute werden wir uns  nun in westliche Richtung,  südlich des „Boeng Tonle Sab“ (größter Süßwassersee in Südostasien) bewegen. Doch in der Trockenheit sieht man diesen großen See nicht von der Strasse aus.  In unserem schon lieb gewonnenen familiär geführten Restaurant genießen wir noch ein Frühstück. Plötzlich tauchen Affen auf, die auf den Dächern laufen. Die Affen leben hier, wird uns gesagt. 

Um 8:00 Uhr kämpfen wir uns mit den Rädern durch die große Stadt,  mit einmal Verfahren. Wir bewegen uns genauso wie die Moto-Fahrer und nutzen jede kleine Lücke, um die Staus zu umfahren. Es macht richtig Spaß. Abbiegen ist auch ganz einfach, man hebt bloß die Hand und die anderen wissen, dass sie stoppen oder ausweichen müssen.

Die nächsten 30 Kilometer fahren wir am Fluss „Tonle Sab“ entlang (fast gleichnamig, wie der See, indem der Fluss mündet). Hier ist es auch noch recht schön,  aber heute bekommen wir den Wind von vorne ab. So kommt es uns, trotz 40 Grad C nicht ganz so heiß vor. Der Rest der Strecke ist dann eintönig. Alles ist trocken. Ein paar Ortschaften tauchen auf, ein paar Palmen sieht man, ansonsten nur ausgetrocknete Reisfelder. Diese werden übrigens nur in der Regenzeit bewirtschaftet. 

Schon gegen 14:15 Uhr kommen wir in die Stadt Kampong Chhnang an. Das bedeutet übrigens „Terrakotta“. Hier ist das Zentrum für die Terrakottaverarbeitung. Weiterhin wird hier, im großen Mündungsdelta des Flusses, das ganze Jahr der Fisch für die hungrige Hauptstadt gefangen, auf Laster mit Eisblöcken verladen und in die knapp 100 km entfernte Hauptstadt transportiert. 

Als erstes fahren wir zu den schwimmenden Dörfern, am nordöstlichen Rande der Stadt und machen eine Pause. Ein sympathischer Motofahrer (spricht gut englisch) wollte uns gleich seine Dienste anbieten. Na ja, wir machen ihm Hoffnung, dass wir uns vielleicht später darauf einlassen werden. 

Zuerst müssen wir in die Stadt zurück und eine Unterkunft suchen. Ein kleines Hotel, mitten im Grünen gefällt uns und wir checken für insgesamt 16,-$ Dollar ein. Als wir später zu Fuß in die Stadt gehen, ist doch zufälligerweise der Motofahrer da, der uns schon bei den schwimmenden Dörfern ansprach. Für 6,-$ bietet er uns an,  uns die Stadt zu zeigen, zu den schwimmenden Dörfern zu fahren, inklusive Wartezeit und zum Schluss würde er uns in ein Restaurant zu fahren. Eigentlich nicht schlecht, so brauchen wir nicht alles erlaufen. Wir willigen ein und bereuten es keine Sekunde. Er zeigt uns Ecken, wo wir nie hingekommen wären. Er erzählt wie die Menschen in der Trockenzeit und in der Regenzeit leben. Die Häuser am Fluss stehen alle auf Stelzen (ca. 3 m hoch). So hoch steigt auch das Wasser des Flusses in der Regenzeit. Unter den Häusern liegen Boote und er selbst kann sein Taxi-Gewerbe vergessen. In den Stelzenhäusern leben Kambodschaner, sie arbeiten als Fischer und Reisbauern. 

Dann fährt er uns zu den schwimmenden Dörfern, wo nur Vietnamesen leben. Diese leben fast ausschließlich vom Fischfang. Wir werden für 6,-$ eine Stunde mit dem Boot durch die schwimmenden Dörfer gefahren. Die hier nicht so touristisch sind, wie weiter im Norden des Boeng Tonle Sab, bei Siem Reap. 

Es ist wirklich Wahnsinn, wie sich die Menschen, aber auch Tiere, dem Leben auf dem Wasser angepasst haben. Es gibt arme Familien, aber auch welche mit etwas mehr Wohlstand, den sie gerne zeigen. Ein "Konsumboot" bringt Waren von Haus zu Haus. Die Wäsche wird in dem Dreckwasser gewaschen. Die schauklige Bootsfahrt ist dann schnell zu Ende. Unser Motofahrer fährt uns noch raus auf die Reisfelder, die jetzt bewirtschaftet werden können, weil der See Niedrigwasser hat. 

Danach sind wir hungrig und er setzt uns in einem guten, einfachen Restaurant ab. Er ist natürlich froh, dass er heute eine gute Einnahme hatte und wir sind glücklich, dass wir wieder soviel Informationen über sein Land bekommen haben.

Den Rest des Abends verbringen wir im Garten des Hotels.  Auch Abends sinken die Temperaturen kaum unter 30 Grad C, also keine wirkliche Abkühlung. 


 
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