27. Januar 2011: Hitzeschlacht bis nach Phnom Penh

20. Etappe: Kampong Cham – Phnom Penh; Tages-Km: 126; Zeit: 5:35 h; Durchschnitt: 22,62 km/h; Gesamt: 2096 km

Der morgendliche Ablauf funktioniert wie ein Uhrwerk. Unser Hotel verfügt sogar über einen schönen Balkon mit Blick auf den Mekong. Noch bevor die Sonne aufgeht, nutze ich die wunderschöne Sicht auf den Mekong, wo einige Fischerboote treiben, Netze ausgeworfen werden und etliche Menschen am Ufer auf frischen Fisch warten.

Die Stadt, die uns gut gefallen hat, verlassen wir um 08:00 Uhr und bewegen uns auf der viel befahrenen Hauptroute zunächst in westliche Richtung. Die ersten 40 km haben wir Rückenwind und es geht sehr zügig voran. Hier fahren die Autos, Busse und LKW's schon schneller und auch etwas aggressiver, als in Laos oder Thailand. Die Hupe wird sehr häufig eingesetzt und das nervt. Aber da müssen wir wohl durch. Doch gefährlicher, als bei uns in Deutschland ist es hier nicht. Wenn die Fahrer merken, auf ihr Gehupe wird nicht gleich die Strasse geräumt, dann fügen die sich ihrem Schicksal und warten, bis eine Lücke auftaucht. 

Irgendwann fahren wir nicht mehr so oft im Schatten. Die Sonne brennt erbarmungslos. Zu allem Übel haben wir auch noch  Gegenwind, als es in südliche Richtung nach Phnom Penh geht. Der Straßenbelag  ist sehr rau und es rollt nicht mehr so schön. Vor der Stadt nimmt der Verkehr noch mal zu und damit auch das Gehupe. Marco hat sich Ohrenstöpsel in die Ohren gestopft. Die Straßen sind durch die Hitze aufgeheizt und wir fahren bei über 40 ° C um 14:45 Uhr in die Hauptstadt von Kambodscha ein. Wir sind froh, dass die Hitzeschlacht ein Ende hat.  Doch als erstes suchen wir eine Bank, wo wir Dollar gegen Riel tauschen. Dann hebe ich noch ein paar extra Dollar ab. Die Automaten spucken hier nur Dollar raus. Gezahlt wird hier in Dollar oder Riel. Doch mit dem Dollar darf man auch gleich mehr bezahlen. 

Nach dem Bankbesuch suchen wir uns eine Unterkunft. Laut meinem Buch, soll es viele Unterkünfte am See, im Norden Phnom Penhs geben. Doch die empfohlene Ecke ist nichts anderes als eine Zusammenballung von schmucklosen Häusern, wo viele Backpacker herumlungern. Das hier ist genauso ekelig wie in Vang Vienh oder auf Don Det. Da wir nach dieser Hitzeschlacht müde sind und endlich duschen wollen, bleiben wir hier. Das Zimmer (super klein u.  dreckig), für 10,-$ ist genauso eine  Absteige, wie alle anderen Zimmer hier am See. Zum Schlafen wird es hoffentlich reichen. Gleich bei der Anmeldung will der Typ uns auch noch „Gras“ anbieten. Ich bin bedient und wäre am liebsten gleich wieder gegangen. Doch heute haben wir keine Lust, noch lange durch die Straßen zu fahren und eine andere Unterkunft zu suchen.

Nachdem wir geduscht und fürs erste gesättigt sind, ziehen wir durch die belebten Strassen, bloß weg aus dieser Ecke, wo uns überall "Gras" angeboten wird. Nach dem Bummel, geht Marco noch ins Internetcafe. Ich will mich endlich mal massieren lassen. Bei uns in der Gegend gibt es nur so billige Schuppen. Also lasse ich mich von einem Roller ein paar Kilometer fahren, wo ein richtig guter, moderner Massagesalon (auch Spa genannt) ist. Nach dem Fußbad bekomme ich für 12,-$ zwei Stunden Massage und alle Verkrampfungen waren weg. Zurück nehme ich auch ein Moto (Motorradtaxi). Der verfährt sich aber und so komme ich noch für 30 Minuten in den Genuss einer Stadtrundfahrt. Dafür war auch bloß der vereinbarte 1,-$ fällig. In unserem Guesthouse habe ich Marco getroffen. Nachdem ich von der Massage geschwärmt habe, hat er es bereut, dass er nur im Internetcafe war. Aber die Massage holen wir eben am nächsten Tag nach, denn  wir bleiben hier 2 Nächte.

Irgendwann müssen wir in die hässlichen Zimmer gehen und schlafen.


 
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