26. Januar 2011: Wieder mal eingestaubt!

19. Etappe: Kratie – Kampong Cham; Tages-Km: 122; Zeit: 5:43 h; Durchschnitt: 21,3 km/h; Gesamt: 1970 km

Auch heute sind wir wieder um  06:00 Uhr aufgestanden. Bei uns beiden klappt der Ablauf am Morgen reibungslos. Jeder Handgriff beim Packen ist Routine. In der Stadt haben wir am Vorabend ein gutes Restaurant entdeckt, wo es ordentliches, westliches Frühstück gibt . 

Dabei können wir gleich das bunte und laute Markttreiben beobachten. Die Asiaten sind Frühaufsteher. Längst, bevor wir aufstehen, erschallt draußen laute Musik. Einige machen Morgengymnastik auf großen Plätzen und die anderen richten ihren Marktstand ein. Die Roller fahren mit allen möglichen kleinen und großen Waren zum Markt. Es ist unglaublich was die alles auf dem Roller transportieren. Auch bei dem Gewicht von Reissäcken und ähnlichen, denkt man, das Ding muss doch zusammenbrechen. Und mit all den beladenen Waren fahren die Roller durch die engen Marktlücken und schlängeln sich durch die Menschen, die Stände und den entgegenkommenden Transportern hindurch.

Wir fahren nach unserem Frühstück los, immer entlang dem Mekong auf einer Nebenstrasse. Der Mekong ist immer in Sichtweite und heute gibt es mal keine stinklangweilige Natur. Die Straßen sind gesäumt von Kokospalmen, Bananenstauden und vielen anderem Bewuchs. Entlang dem Mekong ist es sehr fruchtbar und dementsprechend gibt es hier viele Dörfer und kleine Städte. Dann  kommt der erste, 10 km lange Abschnitt mit Schotter, Staub und viel Verkehr. Ich fahre immer auf der linken Seite, weil der Wind von links kommt und den Staub nach rechts weg bläst. Wir haben heute sehr starken Wind. So sind die 39 km auch halbwegs erträglich, da wir die Hitze nicht so sehr spüren. Doch der Wasserverbrauch steigt auf gut 5 Liter am Tag.

Dann gibt es wieder einige Kilometer Asphalt. Hinzu kommt noch Rückenwind und so rollen wir zügig bis zum nächsten Abschnitt mit Staub und Schotter. Wir werden von einigen Motorradfahrern (Franzosen, Schweizer auf gemieteten Crossmaschinen) überholt, die wir Tags zuvor in Kratie getroffen haben. Sie haben unwahrscheinlichen Respekt vor unserer Leistung und grüßen freundlich. Dann kommen die schlimmsten Schotterpisten des Tages. Die eingestaubte Landschaft und die vielen Kinder, die ständig "Hello" rufen, nehme ich nicht mehr wahr. Mit meinen schmalen Reifen habe ich echt zu tun den rechten Weg zu finden und nicht im Sand stecken zu bleiben. Marco hat breitere Reifen und kommt besser zurecht. Da muss ich eben langsamer fahren. Heute sehen wir viele Ortschaften, wo Moslems wohnen. Hätte gar nicht gedacht, dass es hier auch welche gibt.

Irgendwann entscheiden wir, die schlechte Schotterpiste zu verlassen und mit einer Fähre auf die andere Seite überzuwechseln. In der Hoffnung, dass es sich auf der anderen Seite besser fahren lässt. Den Tipp haben wir gestern von anderen Radfahrern bekommen. Bei der Fähre treffen wir auch wieder die beiden Schweizer Biker. Der eine kann sogar Khmer sprechen und es wird eine lustige Unterhaltung mit den Kambodschanern. Auf die Fähre wollen auch 5 Roller (mit 50 cm³ Motor). Die haben einen 5 m langen Hänger dran. Darauf sind Matratzen und anderer Krimskrams. Die Ladung ist 2 m  breit.  Es ist ein komisches Bild, aber hier ganz normal.  Die Zufahrt zur Fähre ist eine steile Sandabfahrt (mind. 10 Prozent Gefälle) und die Bremsen der überladenen Roller funktionierten nicht so gut. Also werden die überbreiten Vehikel mit Menschenkraft bergab gebremst. Wir beteiligen uns auch als Bremser und sehen danach komplett verdreckt aus. So 10 Leute schaffen es, den Konvoi zu bremsen und alles kommt heil auf die Fähre. Es wird  viel gelacht und rumgealbert.

Auf der anderen Seite haben wir auch wieder unbefestigte Wege, aber es rollt besser. Das nutzen auch die vielen LKW's und Minibusse aus. Die mit riesigen Staubfahnen an uns vorbei brausen.

Die letzten 20 km bis Kampong Cham sind dann zum Glück wieder asphaltiert und wir setzen zum Endspurt an. Wir wollen nur noch ankommen, den Staub mit einem Bier runterfegen und uns duschen.

Um 15:45 Uhr sind wir da und finden auf Anhieb ein schönes Hotel direkt am  Mekong (Zimmer kostet 15 Dollar oder 60000 Riel). Nach dem kühlen Bier putzen wir gleich die Kette und machen uns daran, die Sachen und uns wieder zu entstauben. Danach haben wir erst Zeit, uns die Stadt anzuschauen. Diese ist recht groß, modern und sauberer, als die anderen beiden Städte. 

Alles in Allem, heute war es mal wieder ein schöner Radeltag mit vielen schönen Abschnitten. Aber es war auch anstrengend durch die hässlichen Schotter-/Lehmpisten.

Mit einem schönen Sonnenuntergang verabschiedet sich der Tag von uns.


 
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