24. Januar 2011: Enttäuscht von Kambodscha!

19. Etappe: Muang Khong (4000 Inseln )- Strung Trent ; Tages-Km:  102; Zeit: 5:00 h; Durchschnitt: 20,37 km/h; Gesamt: 1848 km

Heute sind wir ganz zeitig aufgestanden, um 06:00 Uhr. Erst müssen wir den Magen  füllen, was nur geht. Ich nehme ein Baguette mit Marmelade, Honig, einen Eierkuchen mit Banane und eine riesige Portion Reispudding (ist  nichts anderes als Milchreis) mit viel Früchten und zwei starke Kaffee Lao.

Gegen 08:00 Uhr verlassen wir die Insel mit der kleinen Fähre und fahren auf der Hauptstrasse in Richtung Süden, zur Grenze nach Kambodscha. Es sind schon 26 Grad C. Nach 25 km machen wir einen kleinen Abstecher zu den größten Wasserfall Südostasiens. Auf ca. 300 m Breite knallt der Mekong vielleicht 10 m tief. Hier haben die Franzosen, während ihrer Kolonialmacht, vergeblich versucht den Mekong schiffbar zu machen. Doch sie bissen sich an dem Wasserfall die Zähne aus. Die vielen Felsen, die kleinen Regenbogen und das Getöse sind schon beeindruckend. Hier haben wir schon 40 Grad C. Nach einer Pause fahren wir dann voller Zuversicht zur Grenze. Wir haben schon viel über Kambodscha gehört. Die Leute haben nur gutes erzählt. Doch an der Grenze wimmelt es nur so von korrupten und unfreundlichen „Grenzbeamten“. Die Grenzer in Laos verlangten erst mal 1,- $ Stempelgebühr. Dann folgt der Gesundheitsscheck, da müssen wir einen Zettel ausfüllen, dass wir nicht krank sind. Der „fleißige“ Hilfsarzt mit Mundschutz (alles im Freien bei nunmehr nur noch 35 Grad C) hält uns ein supermodernes Gerät vor die Stirn und misst bei uns beiden jeweils die Temperatur von 35 Grad. Ist das jetzt schon Unterkühlung oder hat er nur die Lufttemperatur gemessen? Eigentlich lustig, aber auch hier sind 1,-$ fällig. Die Visagebühr (eigentlich 20,-$) ist ausgerechnet am heutigen Tage auf 23,-$ gestiegen. Welch ein unglücklicher „Zufall“. Dann nur noch eine kleine Stempelgebühr von 1,-$, natürlich alles ohne Quittung und schon sind wir in Kambodscha eingereist und die Grenzer kommen heute mit einem dicken Portemonnaie nach Hause. Alles Verhandeln ist hier aussichtslos. Dann heißt es noch "Welcome in Cambodia" und nun sind wir hier. 

Die 57 km bis Strung Trent sind an Langweiligkeit nicht zu überbieten. Kaum Dörfer, überall Buschbrände (sogenannte Brandrodung),viel Qualm und zur Abwechslung kommt mal ein Auto alle 10 Minuten vorbei. 

Um 14:45 Uhr sind wir dann in diese Stadt eingefahren. Laut Karte liegt sie am Zusammenfluss von Mekong und Sekong. Viel ist hier nicht los. In der einzigen Bank, wo wir Geld tauschen wollen, sind so viele Menschen, dass wir bestimmt zwei Stunden warten müssten. Ein schmieriger Student will uns bei der Suche nach einem Hotel u.s.w. behilflich sein. Doch das machen wir doch lieber alleine und schicken den enttäuschten Studenten weg. Am Markt finden wir ein nettes Guesthouse. Die sprechen englisch und geben uns die Informationen, wo wir Geld tauschen können (obwohl hier die Zweitwährung der Dollar ist). Dann  organisierten wir noch ein Busticket für den morgigen Tag nach Kratie. Es soll schon 07:15 Uhr losgehen und kostet 10 Dollar (inkl. Radmitnahme). Die 147 km bis Kratie, bei der Hitze und den langweiligen Pisten wollen wir morgen nicht fahren.

Wir ziehen noch durch die schmucklosen, dreckigen Strassen. Auf dem Markt gibt es  Frosch am Spieß (soll wie Hühnchen schmecken) und auch gegrillte Eidechsen. Vielleicht probiere ich es mal, wenn mir danach ist ☺


 
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