20. Januar 2011: Hundeleben, Verständigungsprobleme – es ist sooo schön!

15. Etappe: Khemarat – Khong Chiam; Tages-Km: 130; Zeit: 6:19 h; Durchschnitt: 20,55 km/h; Gesamt: 1490 km

Die Nacht haben die Hunde wohl Revierkämpfe veranstaltet. Der Hund vom Guesthouse, wir nennen ihn mal Hecktor, scheint der Gewinner gewesen zu sein. Hecktor ist so ein richtiger Teppichfeger, eine Mischung aus Pudel und Wollknäuel. Auf jeden Fall sitzt Hecktor in der Morgensonne und ist stolz wie Oscar. 

Hunde gibt es hier reichlich. Nicht im Kochtopf, sondern auf der Strasse. Einige reiche Thailänder haben Rassenhunde, wie Pinscher, Pudel und andere Vierbeiner. Diese werde gehegt und gepflegt. Jetzt im "kalten" Winter rennen sie sogar in solch dummen Jäckchen herum. Doch die meisten Hunde führen kein so beschauliches Leben. Sie leben auf der Straße, sind abgemagert und scheu (bis auf die wenigen, die mal in unsere Waden beißen wollen). Wenn wir Pause machen, geben wir den Hunden immer mal einen Happen ab. Jetzt aber genug von den Hunden. Ihr wollt bestimmt wissen, was wir so treiben.

Da wir wissen, dass es heute wieder über 100 km werden, stehen wir schon um 06:30 Uhr auf. Frühstück gibt es heute nicht, also begnügen wir uns mit Keksen, Toastbrot und einem Kaffee. Ich hätte auch lieber mehr zwischen den Kiemen, aber es muss eben gehen.

Gegen 08:00 Uhr fahren wir aus dieser kleinen Stadt heraus. Die Straßen haben heute alles zu bieten. Anfangs langweilige Abschnitte  und nur schlechte, richtig schlechte Straßen, wo man sogar bergab bremsen muss. Ab Kilometer 50 fahren wir dann durch einen wunderschönen Nationalpark mit Bergen, Flüssen und viel Wald. Die Felsen sind alle ganz schwarz. Sieht aus wie erkaltete Lava. Ich glaube aber, dass es hier gar keinen Vulkan gab. Wir müssen heute auch  200 Höhenmeter erklimmen. Ich dachte schon, ich benötige nicht mehr das kleinste, vordere Ritzel. Aber denkste! Die Wärme, die wenigen Ortschaften und somit die wenigen Versorgungsmöglichkeiten machen die Tour nicht unbedingt angenehmer. So bleibt uns nichts anderes übrig, nur alle 30 km eine Pause zu machen und eine Cola zu trinken. Bei Kilometer 95 gibt es sogar leckere Melonen. Wir lassen uns eine aufschneiden und es ist ein Hochgenuss.

Endlich, um 15:30 Uhr sind wir in Khong Chiam. Der letzten thailändischen Stadt am Mekong. Die Stadt sieht aber mehr aus, wie ein Dorf, viel Grün und wenig Infrastruktur. Wir suchen vergebens nach einem, im Reiseführer aufgeführtem, Resorthotel. Schade, nichts zu finden! So nehmen wir 2 Bungalows in einem anderen Guesthouse. Heute sind es mal 2 Räume, weil wir nicht unbedingt in einem schmalen Doppelbett nächtigen wollen. So muss jeder 300,- Baht zahlen. In diesem Guesthouse ist noch ein schwedischer Radfahrer. Er kann spannende Geschichten erzählen und kommt aus der Richtung, wo wir in den nächsten Tagen hin wollen. Nach einer Stunde gehen wir gemeinsam zum Mekong und genießen die dort Abendstimmung. Wir essen heute in einem schwimmenden Restaurant. Aber auch hier gibt es nur lustige Verständigungsschwierigkeiten. Marco fragt schon jeden Tag, ob ich auch den Thai-Sprachführer dabei habe. Marco weiß schon die Seite auswendig, wo steht, dass er Vegetarier ist. Aber auch das bereitet denen Probleme. Während wir Fleischesser schon längst unsere Mahlzeit verdrückt haben und überlegen, was wir noch bestellen können, muss der Arme, hungrige Marco warten und warten. Das Problem bei der Verständigung ist, dass sie so tun, als ob sie alles verstehen. Aber letztlich haben sie nichts verstanden. Damit sie nichts falsch machen, bringen sie lieber kein Essen für Marco und er muss mit tropfendem Zahn und beim Essen zuschauen. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als noch mal zu bestellen. Dieses Mal helfen nette Leute im Restaurant.

Der Abend war unterhaltsam und lustig.


 
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