19. Januar 2011: Halbzeit

14. Etappe: Mukdahan - Khemarat; Tages-Km: 89; Zeit: 4:14 h; Durchschnitt: 20,91 km/h; Gesamt: 1360 km

Heute schlafen wir auch bis 08:00 Uhr aus. Die heutige Strecke wird nicht sehr lang. In dem Hotel gibt es ein ordentliches Frühstück, ich darf auch noch das Spiegelei von Marco vertilgen, da darauf Wurst liegt und das isst er nicht. Mir soll es recht sein. Ich glaube ich werde nur noch mit Vegetarier reisen, da kann ich immer die Reste vertilgen.

Kurz vor 10:00 Uhr fahren wir los. Wir verlassen die viel befahrene Straße und es geht nur noch auf Nebenstrassen nach Süden. Hügel und Kurven machen die Strecke Anfangs abwechslungsreich. Doch bald wird die Landschaft wieder flacher und es wird heiß. Auf Marco seinem Tacho stehen um 12:00 Uhr 36 Grad C. Ab und an genießen wir eine kühle Cola. Der Verkehr ist sehr schwach, wir fahren viel nebeneinander und können quatschen. So vergeht die Zeit. Die letzten 20 km sind öde, kaum Siedlungen, Steppenähnliche, trockene Landschaft und die Straßen bestehen auch nur aus unebenen Asphaltflicken.  

Den Mekong sehen wir erst wieder bei Ankunft in Khemarat, um 15:00 Uhr. Die Stadt ist sehr klein und übersichtlich. Doch auch hier gibt es eine recht passable Unterkunft. Ein paar Bungalows mit kleinen und dunklen Zimmern stehen unweit dem Stadtzentrum. Den Hinweis gab uns heute ein Würstchenverkäufer. Ist zwar nicht vergleichbar mit unserem gestrigen Hotel, wo die Leute super freundlich waren. Aber es reicht aus und wir zahlen 350 Baht für den Bungalow.

Heute fahren wir mit den Rädern durch die Stadt und wir suchen nach etwas essbaren. Auf dem Markt lassen wir uns so eine Art süßen Eierkuchen machen und ich esse noch eine  Frühlingsrolle am Spieß mit viel Chili. Ich dachte erst es wäre eine Thüringer Rostbratwurst. Trotzdem schmeckt es richtig gut. Brot gibt es hier nicht dazu. Die Frühlingsrolle wird in eine Plastiktüte gelegt, Chili rauf , ein paar Salatblätter reingestopft und fertig ist der Schmaus. Kostenpunkt: 20 Cent.

Irgendwann finden wir ein Restaurant ( Karaoke-Bar). Der Name des Restaurants ist „Pharao“. Hat aber nichts mit dem Land der Pharaonen zu tun. Der Inhaber, der etwas englisch spricht, fand bestimmt nur den Namen interessant.  Die Kost ist mal wieder viel zu wenig. 

Obwohl hier der Mekong durchfließt, gibt es an dem Fluss weder Restaurant noch Unterkunft. Hierher verirrt sich wohl selten ein Tourist und die Thailänder haben  für so einen romantischen Kitsch keine Zeit. Nach dem Internetcafe (Marco braucht noch ein paar Minuten länger) verspüre ich noch einen Bärenhunger. Ich suche mir eine Garküche und kaufe mir Klebereis. Vor dem Internetcafe esse ich den puren Reis. Einige Thailändische Frauen verstehen das nicht und schenken mir ein paar schmackhafte, frittierte Bananen.

Zum Abschluss finden wir  doch noch ein hübsches Restaurant am Mekong und genehmigen uns  2 Bier. Heute ist bei uns nämlich Halbzeit oder Bergfest. Mir kommt es schon vor, als ob ich hier ein viertel Jahr herumfahre. Marco fragt mich jeden Tag, welchen Wochentag wir haben. Man verliert echt das Zeitgefühl.

Morgen werden wir zum letzten Zipfel reisen, wo der Mekong noch Thailand und Laos verbindet. Wir werden wohl noch mal nach Laos einreisen, um uns die 4000 Inseln anzuschauen und von dort geht es dann durch Kambodscha bis nach Thailand.  In Laos sind wir dann nur 3 Tage. Ist zwar Schwachsinn, weil wir uns noch mal ein Visum für 30 Dollar kaufen müssen. Aber die Runde wird so komplett und die 4000 Inseln möchten wir unbedingt sehen.


 
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