15. Januar 2011: Endlich wieder Radfahren

10. Etappe: Vientiane – Pak Khan (Thailand); Tages-Km: 120; Zeit: 5:38 h; Durchschnitt: 21,22 km/h; Gesamt: 915 km

Heute müssen wir uns leider von Jule verabschieden und sie in Vientiane zurücklassen. Sie kommt auf Krücken zum Frühstück gehumpelt. Das Frühstück in diesem Guesthouse ist das beste, was ich in den letzten 2 Wochen gegessen habe. Ich bin richtig satt. Um 09:00 Uhr verabschieden wir uns mit Pippi in den Augen von Jule. Der Abschied fällt wirklich schwer, auch wenn es Anfangs, wie wohl auf jeder Tour, kleine Unstimmigkeiten unter uns allen gab.

Den Weg, raus aus Vientiane könnten wir schon blind fahren. Die Grenze ist schnell erreicht. Der Bürokratenkram hält uns fast eine Stunde auf. Nun sind wir in Thailand. Der Unterschied zwischen Thailand und Laos fällt sehr stark auf. Während es in Laos außerhalb der Städte recht armselig wirkt, herrscht hier in Thailand z.T. Luxus und Glamour. Trotzdem ist Laos ein sehr schönes Land, mit unheimlich netten Menschen. Jedoch sollte man dort  nicht zum medizinischen Fall werden. Dann sieht man recht alt aus. 

Die Strassen in Thailand sind sehr gut ausgebaut. An den Linksverkehr gewöhnen wir uns ganz schnell. Nach der Grenze fahren wir gen Osten immer schön am Mekong entlang. Viel sehen können wir diesen großen Fluss jedoch nicht. Auf der Strasse, mit breiten Randstreifen, gibt es heftig viel Verkehr und noch mehr Gegenwind. Es ist also nicht so toll, wie in den Bergen. Nur die Temperatur ist sehr schön. Ich dichte aus Langeweile das Lied "10 kleine Negerlein" in "4 kleine Radfahrer" um. Vielleicht schreibe ich es mal bei Gelegenheit auf und es wird ein Hit.

Gegen 16:45 Uhr erreichen wir die kleine Stadt Pak Khan am Mekong. Viel hat die Stadt nicht zu bieten. Aber uns ist heute nicht nach Stadtrundgang. Wir sind nach dem Gegenwind ordentlich fertig. Direkt am Mekong ist ein Hotel. Das riesige Zimmer mit Balkon und großem, pickfeinem Bad gefällt uns auf Anhieb. Es kostet nicht mehr, als die einfachen Unterkünfte in Vientiane. Pünktlich, zum Bilderbuchreifen Sonnenuntergang, sitzen wir auf dem Balkon mit einer Flasche gekühlten Bier. Was gibt es schöneres, dreckig und verschwitzt ein Bier zu trinken. Ich nutze gleich die Gelegenheit, meine Sachen zu waschen. Wir Männer sind da richtig pfiffig und sparen uns viel Zeit, indem man gleich mit der kompletten Radfahrerkluft unter die Dusche geht. Alles ordentlich einreiben, abduschen und nach dem richtigen Duschen ausspülen, im Handtuch auswringen und dann bloß noch aufhängen. Fertig!  Ja, so einfach kann Wäsche waschen sein.

Nach einem Dinner (so richtig werden wir hier wohl nie satt) auf der Terrasse am Mekong, sind wir kurz in die Stadt gefahren. Da ist aber gar nichts mehr los. Wo es morgen hin geht, überlegen wir uns noch. Auf jeden Fall gen Süden in Richtung Kambodscha. 

Am 29.01. müssen wir erst mal aus Thailand ausreisen. Können aber gleich wieder einreisen, wenn wir es wollen. Hintergrund ist der, dass es bei jeder Einreise nach Thailand über dem Landweg, nur 15 Tage Aufenthaltsrecht für Touristen gibt.


 
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