12. Januar 2011: Abenteuer Busfahrt

Busfahrt Phonsavan - Vientiane 360 km, soll 9 h dauern

Um 05:30 Uhr stehen wir auf und machen uns fertig. Meine Sachen habe ich in so einem „Türkenkoffer“ gepackt, den ich auf dem Markt erstanden habe. Heute frühstücken wir mal nicht. Unser Tuck Tuck ist überpünktlich da. Die Räder kommen auf das Dach und werden festgebunden. Am Busbahnhof müssen wir nicht lange warten und unser Local-Bus kommt schon. Die Räder werden wieder auf das Dach gehoben und mehrfach festgebunden. Bei der kurvenreichen Strecke, ist es wirklich wichtig, dass alles sehr fest gebunden wird. Aber die Leute haben Erfahrung. Als ob wir es geahnt hätten, nehmen wir die Plätze ganz hinten im Bus ein. Der Bus fährt pünktlich um 7:00 Uhr ab. Doch nach wenigen Metern warten wir 45 Minuten auf Leute, die nicht pünktlich erscheinen konnten. Ist hier alles total normal. In den Dörfern nehmen wir immer mehr einfache Bauern auf und der Bus füllt sich. Jeder Sitzplatz ist ausgefüllt. Die Angestellten verteilen Tüten. Wahrscheinlich für den Müll und so. Als die ersten Serpentinen befahren werden, wissen wir nun, wofür die Tüten sind.

 Überall wird aus Herzenslust ...verzeiht mir den Begriff...gekotzt. Die Tüten fliegen gleich aus dem Fenster. Wir amüsieren uns köstlich über die magenschwachen Kameraden. Auch als alle Plätze ausgefüllt sind, werden immer mehr Passagiere aufgenommen. Die sitzen nun auf Plastikhockern und Reissäcken  im Gang. Das kann man sich gar nicht vorstellen, man muss es gesehen haben.

Ab und an kann ich etwas schlafen. Der Geruch im Bus ist nicht angenehm. Wer niesen muss, macht es einfach nach vorne, dem Vordermann auf dem Kopf. Deswegen ganz wichtig, immer ganz hinten sitzen! Für die Räder mussten wir gar nichts nachlöhnen So kostet uns die lustige Fahrt nur 14,- €. Für diesen Spaß bezahlt man doch gerne.

Pünktlich, mit nur 2 Stunden Verspätung kommen wir in Vientiane an. Es ist schon dunkel und der Busbahnhof liegt im Norden der Stadt. Wir beschließen, uns einen Transport zu nehmen. Normalerweise sind die Menschen hier ganz ruhig. Hier herrscht aber richtige Hektik. Die Fahrer wollen unsere Räder doch tatsächlich auf so einen Kofferberg festschnallen. Dagegen protestieren wir aber und wir bekommen so einen Mini-LKW (Sontheo) und werden direkt zum Guesthouse transportiert, wo wir vor einigen Tagen schon nächtigten. Ein Zimmer gib es auch noch.

Jule ruft Marko an (beiden haben eine  Prepaid-Card für Laos). Sie berichtet, dass Lisa gestern bergab, auf regennasser Strasse, die Kontrolle über ihr Fahrrad verloren hat und ist schwer gestürzt ist. Die erste Diagnose lautet: Gehirnerschütterung. Da die medizinische Versorgung in Laos nicht so optimal ist, hat sie einen Flug nach Bangkok gebucht, wo sie bessere medizinische Betreuung erwarten kann. Hoffentlich ist es nichts Schlimmes.  Jule wird mit dem Nachtbus nach Vientiane kommen, wo sie am frühen Morgen eintreffen wird.

Morgen werden wir beratschlagen, wie es weiter geht. Wir machen hier einen Tag Ruhe, um mal unserer Sachen und unsere Räder auf Vordermann zu bringen.


 
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