11. Januar 2011: Regen und Kälte im Hochland

8. Etappe: Phon Khoun –  Phonsavan; Tages-Km:  47; Zeit: 2:56 h; Durchschnitt: 17,49 km/h; Gesamt: 773 km

In der Nacht fängt es zu regnen an und es wird immer heftiger. Na toll, damit hatte ich gar nicht gerechnet. Hoffentlich hört es auf, denn außer einer Regenjacke, habe ich keine Regenklamotten dabei. Gegen 7:00 Uhr stehe ich auf und putze im Freien meine Zähne. Marco wird auch wach und sieht auch nicht so glücklich aus. Es ist kalt und es regnet. So haben wir uns die Radtour nicht vorgestellt. Schnell  alles zusammenpacken und los geht es, zu dem Lokal von gestern Abend. Wir starten heute wieder mit einer  Nudelsuppe. Immerhin weiß die Frau gleich, was wir wollen. Draußen hört es einfach nicht auf zu regnen. Der Wind macht die Situation auch nicht gerade erträglicher. Kalt weht es in das Lokal hinein. Ich trage heute Sandalen und Strümpfe. Um die Sandalen habe ich Plastiktüten geklebt. Einen billigen Regenponcho habe ich auch noch. Ich sehe zwar aus, wie eine bunte Kuh, doch es erfüllt den Zweck. Die 50 km bis Phonsavan gehen bergauf und -ab. Der Regen hört zwar auf, aber es wird immer kühler und der Wind bläst uns kalt entgegen. Auf dem Plateau wachsen keine Palmen mehr, dafür erstaunlicherweise ein paar Kiefern. Gegen Mittag erreichen wir Phonsavan. Die Stadt ist eine Verwaltungshauptstadt im Norden Laos. Hier gibt es viele Unterkünfte. Wir suchen nach einem warmen Zimmer. Doch Fehlanzeige, also suchen wir nur noch ein Zimmer, wo es  eine Dusche mit warmen Wasser und einem Sitzklo gibt. Wir werden findig und obwohl es hier kalt ist, kommt es uns wie Luxus vor. Mit dem Besitzer der müssen wir einen Begrüßungsschnaps trinken. In der Schnapsflasche sind außer dem Schnaps noch Baumrinde oder so was ähnliches und es schmeckt stark, fast wie Whisky. Da unser Geld langsam aufgebraucht ist, holen wir als erstes Geld von der Bank. Dick angezogen schlendern wir durch die Stadt. Wir beschließen, die nächsten Tage nicht weiter durch die Berge zu fahren. Auch die Einheimischen raten davon ab, die unbefestigten Wege bis nach Pakxan (fast 200 km) zu fahren. Angesichts der Kälte und dass wir immer noch keine Wäsche waschen können, buchen wir also Bustickets nach Vientiane. Morgen früh um 07:00 Uhr soll uns ein Tuck-Tuckfahrer abholen und zum Busbahnhof bringen. Der lokale Bus soll  für die fast 350 km 9 Stunden benötigen. Die Fahrt kostet ein halbes Vermögen, ca. 20 Euro mit Abholservice, Transport der Räder und einem Lunch auf halber Strecke.

Mal sehen, wie sie die Räder auf dem Dach befestigen. Ich habe aber keine Angst, denn auf den Bussen transportieren sie sonst auch Motorroller und andere große Gepäckstücke. In einem noblen Cafe trinken wir leckeren Kaffee und genießen Muffins und Kuchen. 

Nach dem Internetcafe gehen wir noch in dem Lokal "Crater" essen. An jeder Ecke sieht man hier die Bomben und Granaten als Mahnmal oder auch Dekoration. Diese haben die „Helden“ aus den USA während dem Vietnamkrieg abgeworfen. Lange wurde es von den Amerikanern dementiert, dass sie auch Laos heftig bombardiert haben.  Noch heute sind viele Gebiete hier im Hochland gesperrt und es gibt jährlich viele Unfälle mit Toten und Verletzten. 

Also hier im Crater tummeln sich viele  die Touristen. Das Lokal hat eine Tür, die geschlossen werden kann. Bei den Außentemperaturen von unter 10 Grad schon echt wichtig. Anstatt Bier gibt es erst mal heiße Schokolade. Ich bin immer noch total durchgefroren. Die Pizza hat nicht viel mit einer Pizza zu tun. Weder geschmacklich, noch von der Größe. Ach, wie hatte ich mich doch darauf gefreut. Wir quatschen noch mit einem Schweizer Ehepaar, die als Backpacker unterwegs sind. In unserem Guesthouse machen wir noch die Räder transportfertig (Pedale ab und Lenker querstellen). Gegen 22:30 Uhr liege ich endlich im warmen Bett. Richtig mit Bettwäsche und so.


 
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