09. Januar 2011: Berge bis zum Himmel

6. Etappe: Vang Vieng - Phon Khoun; Tages-Km:  108; Zeit: 7:12 h; Durchschnitt: 15 km/h; Gesamt: 627 km; Höhe 1400 m

Ich bin froh, dass ich diese so viel gepriesene Backpacker-Station mit den vielen lauten und betrunkenen Touristen verlassen kann. Lisa und Jule wollen heute ein Teilstück mit dem Bus fahren, denn das Profil bis nach Phon Khoun verspricht Anstiege ohne Ende. Marco und ich wollen mal probieren, ob wir die Anstiege schaffen und wir radeln schon um 08:00 Uhr los. Die Frauen starten etwas später. Mit Marco ist das radeln sehr relaxt. Wir machen mal eine Fotopause oder auch mal einen Stopp, um eine Cola zu trinken bzw. Kekse zu essen. So sind die Pausen nicht zu lange und wir kommen mit einem geringeren Durchschnittstempo schneller an unser Ziel.

Die 60 km bis Kasi waren nur hügelig  und nicht so anstrengend. Gegen Mittag sind wir dort und die Frauen haben uns auch eingeholt. Hier trennen sich wieder unserer Wege, da die Frauen eine längerer Mittagspause machen und später einen Transporter nutzen wollen. 

Kurz nach Kasi beginnt ein 20 km langer Anstieg in die Berge. Die Strassen sind kurvenreich und schlängeln sich an den Bergen herauf. Das Tempo beträgt z.T. nicht mehr als 6 km/h. Hinzu kommt noch die Wärme und wir verbrauchen viel Wasser. Es werden immer weniger Dörfer und die Versorgungslage wird allmählich schwierig. Das heißt also viel Getränke und Verpflegung bunkern, was sich natürlich wieder am Gewicht bemerkbar macht. Ab und an gibt es ordentliche Abfahrten, die wir mit 50 - 60 km/h herunterdüsen. Kurz vor unserem Ziel müssen wir uns weitere 10 km hoch quälen. Wir sind mittlerweile 1400 m hoch. Kurz vor der Dunkelheit um 18:00 Uhr erreichen wir die Straßenkreuzung in Phon Khoun, was auch die eigentliche Ortschaft ist. Hier ist alle sehr einfach. Es ist recht kühl, dreckig und laut. Viele Unterkünfte gibt es nicht und so kommen wir in einem sehr einfachen, dreckigen Guesthouse unter. Die winzigen Zimmer kosten 5,- Euro. Die Toilette zgl. Dusche ist am anderen Ende des Ganges. Eigentlich ist die Toilette nur ein Loch und die Dusche sind Wasserfässer mit einem Schöpflöffel. Natürlich nur kaltes Wasser. Augen zu und durch, ich überschütte mich mit dem kalten Wasser und bin somit sauber. Wäsche waschen fällt heute aus. Lisa und Jule kommen auch wenig später an. Sie wurden hochgefahren. In einem Restaurant (alles offen) zieht es und wir essen eine Nudelsuppe, dann  noch ein Reisgericht und so sind die Kohlenhydratspeicher wieder aufgefüllt. Wir verabreden die kommenden Tage. Lisa und Jule wollen nach Luang Prabang, welches noch 140 km weiter nördlich liegt. Notfalls wollen sie wieder diverse Transportmöglichkeiten nutzen. Marco und ich wollen weiter in den Bergen fahren und wir suchen uns eine Strecke nach Phonsavan aus. Keine Ahnung, was uns auf dieser Strecke erwartet. Die Temperaturen sind schon empfindlich kühl, um die 12 Grad.

Heute gehen wir bei Zeiten schlafen. Der Tag war doch ganz schön anstrengend.


 
RocketTheme Joomla Templates