05. Januar 2011: Hotel „Zum Marktplatz“

2. Etappe: Non Sang- Ban Phu; Tages-Km: 128; Durchschnitt: 21,49 km/h; Zeit: 5:57 h

Heute stehen wir um  07:30 Uhr auf.  Es sollen heute mehr als 100 km werden. 

Nachdem alles verpackt ist, frühstücken wir wieder in dem edlen Restaurant vom Abend.  

Hier bekommen wir heißes Wasser für unser Kaffeepulver und die gleichen Gerichte, wie am Vorabend. Man hat sich also an uns erinnert und sie wissen noch, was wir gegessen haben.

Es ist eben nur eine Kopfsache, gleich am Morgen mit Suppe zu starten, als mit Brötchen und Marmelade. Nach der Stärkung fahren wir bei angenehmen 25 ° C in Richtung Norden. 

Die Dörfer sind einfach, aber hübsch. Die Menschen winken uns zu und wollen bei jeder Gelegenheit wissen, woher wir kommen und wohin wir fahren.

Irgendwann haben wir 75 km weg und es ist schon 15:00 Uhr, also nur noch 3 Stunden bis zur Dunkelheit. Wir haben noch mehr ca. 50 km vor uns. Jetzt gibt es nur noch zwei Möglichkeiten, entweder die 50 Kilometer ohne Pausen herunterspulen oder die Dunkelheit in Kauf nehmen. 

Wir haben uns für die erste Option entschieden und fahren durch die ländliche Gegend bis nach Ban Phu. Die restlichen Kilometer haben wir in 2 Stunden geschafft und es war noch hell. 

Ban Phu ist eine kleinere Stadt ca. 40 km von der Grenze zu Laos entfernt. Heute haben wir 128 km auf unserem Tacho stehen.

Auch hier gibt es keine Touristen und entsprechend wenig Unterkünfte. Also fragen wir in einem Shop nach einem Hotel (Bilder zum Zeigen überwinden alle Sprachschwierigkeiten). Die Tochter kann einige Brocken Englisch und sagt, dass sie mit ihrem Motorroller vorne weg fährt und uns ein Hotel zeigt. Wir sind von dieser selbstverständlichen Hilfsbereitschaft wieder mal überrascht. Na dann mal hinterher. Einige Straßen weiter fährt sie auf einen belebten, überdachten Markt, wo es alles gibt, was der Thailänder isst. Es riecht nach rohem Fleisch, Gewürzen und Abfall. Mitten auf dem Markt gibt es tatsächlich ein Hotel. 

Das Doppelzimmer kostet dort ca. 4,50 € pro Nase. Die Zimmer und vor allem das Bad sind größer und besser, als in dem gestrigen Hotel. Und wir haben auch einen Balkon, mit Blick auf den Markt. Die Räder dürfen wir in das Zimmer nehmen. 

Für uns ist es schon Luxus, da wir nicht mit einer vergleichbaren Unterkunft gerechnet haben.

Als wir geduscht haben, wollen wir noch schnell über den Markt schlendern, bevor alles abgebaut wird und dann erst essen gehen.

Der Markt ist super, aber auch gewöhnungsbedürftig. Dort liegen gehäutete, aufgeschnittene Ratten. Das schönste ist aber ein Stand, mit gerösteten Krabbel- und anderen Insekten. 

Als uns die Leute bemerken, wollen sie unbedingt sehen, wie wir Europäer auf diese Köstlichkeiten reagieren. Sie halten uns Löffel mit diesen gerösteten, nicht so lecker aussehenden Kleintieren hin. Es kommen immer mehr Schaulustige hinzu. Was soll’s, wir wollen nicht unser Gesicht verlieren, überwinden den Ekel und probieren zunächst eine geröstete, dicke Raupe. Was soll ich sagen, es schmeckt. Dann gibt es noch knusprig, gebratene Grillen. Die sind sogar noch leckerer. Kann ich mir sogar gut als Ersatz von Chips, vor dem Fernseher vorstellen.

Nach dieser kleinen Stärkung und vielen lachenden Thais,  sind wir auf die Suche nach einer Garküche gegangen.

Dieses Mal half uns niemand mit englischen Sprachkenntnissen. Das Zeigen auf die Zutaten und ein Wörterbuch „Thai“ bringen die fleißigen Köche dazu, uns ein Essen zu zaubern. Das Essen und ein Getränk kosten pro Nase 2,-€.

Nach dem Internetcafe gehen wir  schnurstracks zu unserem Hotel mit Marktanschluss. Wir sind schon richtig müde. Doch vor dem Eingang zum Markt hören wir laute, dröhnende Musik und talentlose Sänger, die in dieser Karaoke-Bar entdeckt werden wollen. Also beschließen wir später schlafen zu gehen und machen noch einen Stopp in dieser Bar. 

Ich weiß gar nicht, ob sie uns für Dieter Bohlen und Co. hielten oder ob wir nur zu komisch aussehen, auf jeden Fall fangen die Teenis alle an zu jubeln, als wir den Saal betreten. 

Es war unglaublich lustig, diesen jungen "Künstlern" zuzuhören. Doch es war kein richtiges Talent dabei.

Auf jeden Fall ist der Spaß zu schnell vorbei und wir wollen auch schon gehen. Eine Kellnerin, sie spricht Englisch unterhält sich mit uns. Am Ende bekommen wir geröstete Grillen und komisch aussehende, schwarze Eier serviert. Was soll’s, wird schon genießbar sein und ich koste alles ganz tapfer. Es schmeckt auch sehr gut und ich lebe noch.

Irgendwann treten wir doch den Rückweg an und wir kommen zu unserer wohlverdienten Nachtruhe.

 
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